Chemnitz ist eine „Stadt der Moderne“, ihre Bürger zeichnen sich seit jeher durch unternehmerischen Mut, Erfindungsreichtum und Gründergeist aus. Schon 1357, als der Textilstandort das „Bleichprivileg“ erhielt, entstanden hier erste Fabriken. In der Wiege der deutschen Automobilindustrie fand der moderne Maschinenbau sein Zuhause, und auch moderne Kunst spielt eine große Rolle – Expressionisten wie Karl Schmidt-Rottluff prägten die Stadt.

Der Staub des Industriezeitalters ist schon lange weggewischt. Kulturbegeisterte können in Chemnitz jedes Jahr aus etwa 1.000 Veranstaltungen wählen. Das vielfältige Angebot reicht vom Fünfspartentheater über Musik- und Filmfeste bis hin zu Festivals in Industriebrachen. Selbstbewusst bewirbt sich Chemnitz derzeit als europäische Kulturhauptstadt 2025 – die Aussichten sind gut.

In Chemnitz ist man schnell in der Natur, etwa im Zeisig- oder Küchwald oder im großzügigen Stadtpark. Auch dort nimmt Kultur ihren Raum ein – etwa einmal jährlich am Stausee Oberrabenstein, wo sich tausende junge Leute beim Kosmonaut-Festival treffen, beim „Fuego a la isla“-Festival oder entspannt im Grünen bei einem Theaterstück auf der Küchwaldbühne.

Wird es Anfang Herbst kühler draußen, geht es in die Brachen: Das Festival „Begehungen“ erobert jährlich eine Brachfläche in der Stadt und macht sie, wie der Name schon sagt, begehbar – sogar barrierefrei. Im Jahr 2018 war dies eine Kleingartenanlage. Das RAW-Festival im Rahmen der Tage der Industriekultur gibt mit Partys und „Science Slam“ im September Feierwütigen die Chance, sich auszulassen.

Wie lebt es sich in Chemnitz?

Wer gern gut wohnt, ist in Chemnitz richtig. Altbau? Mit Balkon? Blick ins Grüne? Fußläufig zur Innenstadt? Doch lieber ein Eigenheim? In Chemnitz lassen sich viele Wünsche erfüllen.

Ihre Familie bringen Sie am besten gleich mit. Denn in Chemnitz gibt es 270 freie und kommunale Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegestellen für die Kleinsten. Mögen Sie es sportlich, finden Sie in einem der über 200 Chemnitzer Sportvereine bestimmt ein neues zweites Zuhause. Breiten- und Spitzensport sind gegenwärtig in Chemnitz-Eisschnellläufer Nico Ihle und Fußballerin Anja Mittag sind gebürtige Karl-Marx-Städter.

Ziept es doch einmal in den Gelenken, kann man in Chemnitz und der Region auf eine umfassende Gesundheitsversorgung vertrauen. Fast alle Fachgebiete und Versorgungsarten werden angeboten. Damit das so bleibt und noch besser wird, hat die Chemnitzer Wirtschaftsförderung die Initiative NEUE GESUNDHEIT gestartet, um weiterhin qualifiziertes Fachpersonal für die Stadt und die Region zu gewinnen und zu begeistern.

Mit dem Auto ist Chemnitz sehr gut zu erreichen: Gleich zwei Autobahnen führen knapp an der Stadt vorbei. Trotz des fehlenden ICE-Anschlusses ist Chemnitz bei der Mobilität auf der Schiene zukunftsweisend: Das „Chemnitzer Modell“ verbindet die Stadt und die Region mit einem Regionalstadtbahnprinzip. Ohne Umsteigen von Mittweida oder Aue in die Chemnitzer Innenstadt? Kein Problem!

Wie lernt und arbeitet es sich in Chemnitz?

In Chemnitz sind hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen angesiedelt, etwa 98 Prozent haben weniger als 50 Mitarbeiter. Zu den wenigen Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden zählen bekannte Marken wie VW, die traditionsreichen Union Werkzeugmaschinen sowie Hörmann Rawema. Auch Continental und IBM haben Filialen in Chemnitz, und sogar internationale Unternehmen wie Niles Simmons aus den USA und Anchor Lamina aus Kanada engagieren sich hier.

Vor allem aber werden in Chemnitz kleine Erfolgsgeschichten geschrieben: Seit 1995 entstanden in und rund um die Stadt mehr als 7.000 neue Unternehmen. Chemnitz ist eine Gründerstadt, seine Universität wird regelmäßig zur „besten Gründeruniversität“ Sachsens gekürt. Eine Handvoll Firmen, die gemeinsam am automatisierten Fahren arbeiten, bilden hier das deutschlandweit bedeutendste Cluster.

Die enge Zusammenarbeit der Industrie mit den rund 50 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie der Technischen Universität bringt vor allem auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnologie regelmäßig Innovationen hervor. Am „Smart Systems Campus“ haben sich zwischen TU Chemnitz und den beiden Fraunhofer-Instituten bereits mehr als ein Dutzend Start-ups angesiedelt und profitieren von kurzen Wegen und der Unterstützung renommierter internationaler Firmen.

Die rund 11.000 Studierenden an der TU Chemnitz können aus über 100 Studiengängen wählen, darunter zukunftsweisende neue Fächer. Klassische Ausbildung als Ingenieur oder lieber ein Abschluss in Human Factors, Data Science, Semiotik oder Multimodaler Kommunikation? Die engagierten Lehrkräfte sorgen für einen Drittmittelanteil von über 70 Prozent des Haushaltsbudgets und rücken die TU Chemnitz damit unter die zehn besten Unis bundesweit. Das zeigt auch, wie gut Lehre und Forschung hier mit der regionalen Wirtschaft verzahnt sind.

Chemnitz hat auch einen ausgezeichneten Ruf als hochentwickelter Technologiestandort in der Automobil- und Zulieferindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau. International renommiert ist die Stadt außerdem als Forschungs- und Entwicklungsstandort in der ressourceneffizienten Produktion sowie für technische Textilien.

Den größten Personalbedarf in Chemnitz wird aufgrund der allgemeinen demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren die Gesundheitsbranche haben. Das Klinikum Chemnitz als zweitgrößter Arbeitgeber der Region und größtes kommunales Krankenhaus Ostdeutschlands ist nur einer von mehreren Arbeitgebern in Chemnitz, die bereits jetzt nach qualifiziertem medizinischen Fachpersonal suchen.

Bildnachweis: CWE/Ernesto Uhlmann

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