Die überwältigende Natur, ein bezahlbares, gutes Leben und neue Jobmöglichkeiten stehen bei dieser Entscheidung ganz weit vorn. Rückkehrer wie Andreas Koch finden ein offenes, freundliches Sachsen vor und viele innovative Ideen haben hier die Chance, zu wachsen. Das Gefühl von "Heimat" ist oft mit den Wurzeln verbunden. Viele "Exil-Sachsen" zieht es auch wegen der Freunde und Familie wieder zurück. Und weil Sachsen eben schlau sind, haben viele Regionen Rückkehrerbörsen oder Pendlertage gegen Ende Dezember eingerichtet – die Zeit, in der es viele wieder zum Fest in die alte Heimat zieht. Die Erfolgsquote ist gut, denn gute Jobs gibt es genug.

Erfahrungsberichte von Unternehmen

Vor allem klein- und mittelständige Unternehmen hoffen bei Rückkehrerbörsen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Rückkehrende, denn es ist erstaunlich, welche Unternehmensvielfalt Sachsen zu bieten hat. Auf der Fachkräftebörse für Heimatbesucher "Willkommen zu Hause" in Görlitz war unter anderem die Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei vertreten. Als eines der ältesten Unternehmen der Stadt sorgt die Seilerei für hochwertige Befestigungstechnik. Das traditionsreiche Unternehmen bietet u. a. den Ausbildungsberuf des Seilers an, sucht aber auch Fachkräfte im Vertrieb oder im Maschinenbaubereich.

"Wir haben eine neue Arbeitsstelle durch die Rückkehrerbörse besetzen können", erzählt Elke Weinig, Personalverwalterin der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei. Großen Erfolg bringen auch "Job-Speeddatings", die ähnlich angelegt sind, verrät sie uns. Wer Fachkräfte begeistern will, muss eben kreativ sein und solche ungewöhnlichen Wege gehen: "Das ist sehr effektiv, aber natürlich ist der Nachbearbeitungsaufwand für uns nicht ohne", fasst sie zusammen.

"Unsere schöne Stadt bringt Tradition und Moderne eben gut zusammen – hier lässt es sich gut wohnen, wir sind perfekt angebunden und haben viele Freizeit- und Kulturmöglichkeiten", schwärmt Inhaber Helmut Goltz von seinem Görlitz. "Ich weiß, dass es genau deshalb viele Sachsen wieder zurückzieht und Rückkehrerbörsen sind eine Möglichkeit, als Unternehmen an die Rückkehrinteressierten heranzutreten." Helmut Goltz – Seilermeister und Inhaber der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei

"Mit Rückkererbörsen haben wir bisher noch keine Erfahrungen gemacht, wohl aber mit Rückkehrern", sagt Thomas Dreißig, Geschäftsführer der Werdauer Fahrzeug- und Metallkomponenten GmbH. Er war selbst jahrelang in ganz Deutschland beruflich unterwegs und sieht sich deshalb auch als Rückkehrer: "In Werdau fühle ich mich einfach am wohlsten", sagt er.

Er selbst wurde in Werdau schon öfters angesprochen, ob es bei ihm Arbeitsstellen für rückkehrende Studenten gibt. In seinem Unternehmen gibt es davon bereits einige: "Vor allem aus Bayern und Baden Württemberg kommen einige wieder zurück, denn sie haben noch Familie hier oder wollen gerne ihrer eigenen Familie die Wurzeln und Werte vermitteln", sagt Dreißig. Deshalb gewinnen vor allem auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen immer mehr an Bedeutung: "Nicht nur für Rückkehrer, sondern auch für die Menschen hier."

"Viele berichten von Fachkräftemangel, aber es gibt auch genug Firmen, die keine Probleme damit haben – das kommt auf die Branche an. Fakt ist, das auch Rückkehrer die Vielfalt im Unternehmen bereichern und durch viel Erfahrungspotential wertvolle Mitarbeiter in Unternehmen sind. Wenn Rückkehrerbörsen das Interesse an den sächsischen Regionen neu wecken, ist das eine gute Sache." Thomas Dreißig – Geschäftsführer der Werdauer Fahrzeug- und Metallkomponenten GmbH