Die überwältigende Natur, ein bezahlbares, gutes Leben und neue Jobmöglichkeiten stehen bei dieser Entscheidung ganz weit vorn. Rückkehrende wie Andreas Koch finden ein offenes, freundliches Sachsen vor und viele innovative Ideen haben hier die Chance, zu wachsen.

Das Gefühl von "Heimat" ist oft mit den Wurzeln verbunden. Viele "Exil-Sachsen" zieht es auch wegen der Freunde und Familie wieder zurück. Und weil Sachsen eben schlau sind, haben viele Regionen Rückkehrinitiativen oder Pendlertage eingerichtet.

Perspektive: Rückkehrende Susann Schubert berichtet

Nicht nur für Unternehmen sind Rückkehrende wichtig, sondern auch für die sächsischen Regionen selbst – es braucht Menschen, die der Heimat auch das Gefühl geben. Und es tut gut, wenn eine gereiste Seele mit frischen Ideen wieder zurückfindet und Altes neu belebt. So ging es auch Rückkehrerin Susann Schubert: Von ihrem Heimatort Rechenberg-Bienenmühle ganz im Südosten Mittelsachsens zog sie nach dem Abi erst in die Landeshauptstadt, dann nach Halle und schließlich in die Millionen-Metropole Berlin.

Frau fotografiert See am Wald

Auf allen Stationen lernte sie viel für und mit ihren Leidenschaften und Wünschen – und merkte durch die Natur, dass ihr Herz immer noch im grünen Mittelsachsen Zuhause war. 
Das Projekt „Rückkehr“ hat nach dem Entschluss alles in allem ein halbes Jahr an Organisation und tatkräftiger Unterstützung seitens der Familie, Freunden und Netzwerken wie der Nestbau-Zentrale gebraucht. Doch es hat sich gelohnt: Sowohl die Reise, als auch ihre Rückkehr, angereichert mit neuen Ideen für die Region: „Seit meiner Rückkehr nach Mittelsachsen Mitte 2019 regt sich in mir eine Vision: Meine Heimat soll kulinarisch wahrgenommen werden und regionale Produkte von unseren Landwirtschaftsbetrieben in den Vordergrund rücken.“
Ihre Tipps für Heimkehrende: „Geht strategisch vor. Besucht die Heimat in regelmäßigen Abständen. Werdet euch klar darüber, warum ihr zurückkehren wollt. Macht euch feste Termine bezüglich Jobs, Wohnung und Menschen, die ihr treffen wollt." Heute arbeitet Susann Schubert im Bereich Grafik-Design und Fotografie in ihrer Region und darüber hinaus. Ihre ganze Geschichte lesen Sie hier.

Erfahrungsberichte von Unternehmen

Vor allem kleine und mittelständige Unternehmen setzen auf die Initiativen und Rückkehrerbörsen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Rückkehrende, denn es ist erstaunlich, welche Unternehmensvielfalt Sachsen zu bieten hat.
Auf der Fachkräftebörse für Heimatbesucher "Willkommen zu Hause" in Görlitz war unter anderem die Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei vertreten. Als eines der ältesten Unternehmen der Stadt sorgt die Seilerei für hochwertige Befestigungstechnik.

"Wir haben eine neue Arbeitsstelle durch die Rückkehrerbörse besetzen können", erzählt Elke Weinig, Personalverwalterin der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei. Großen Erfolg bringen auch "Job-Speeddatings", die ähnlich angelegt sind, verrät sie uns. Wer Fachkräfte begeistern will, muss eben kreativ sein und solche ungewöhnlichen Wege gehen.

"Unsere schöne Stadt bringt Tradition und Moderne eben gut zusammen – hier lässt es sich gut wohnen, wir sind perfekt angebunden und haben viele Freizeit- und Kulturmöglichkeiten. Ich weiß, dass es genau deshalb viele Sachsen wieder zurückzieht."

Helmut Goltz – Inhaber der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei

"Mit Rückkehrerbörsen haben wir bisher noch keine Erfahrungen gemacht, wohl aber mit Rückkehrern", sagt Thomas Dreißig, Geschäftsführer der Werdauer Fahrzeug- und Metallkomponenten GmbH. Er war selbst jahrelang in ganz Deutschland beruflich unterwegs und sieht sich deshalb auch als Rückkehrer: "In Werdau fühle ich mich einfach am wohlsten", sagt er.

Er selbst wurde in Werdau schon oft angesprochen, ob es bei ihm Arbeitsstellen für rückkehrende Studenten gibt. In seinem Unternehmen gibt es davon bereits einige: "Vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg kommen einige wieder zurück, denn sie haben noch Familie hier oder wollen gerne ihrer eigenen Familie die Wurzeln und Werte vermitteln", sagt Dreißig. Deshalb gewinnen vor allem auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen immer mehr an Bedeutung: "Nicht nur für Rückkehrende, sondern auch für die Menschen hier."

"Viele berichten von Fachkräftemangel, aber es gibt auch genug Firmen, die keine Probleme damit haben – das kommt auf die Branche an. Fakt ist, dass auch Rückkehrende die Vielfalt im Unternehmen bereichern und durch viel Erfahrungspotential wertvolle Mitarbeiter in Unternehmen sind. Wenn Rückkehrbörsen das Interesse an den sächsischen Regionen neu wecken, ist das eine gute Sache."

Thomas Dreißig – Geschäftsführer der Werdauer Fahrzeug- und Metallkomponenten GmbH

Bildnachweis: Susann Schubert / Privat