Im westlichsten Zipfel Sachsens liegt der Landkreis Zwickau. Begrenzt im Osten von Chemnitz und dem Erzgebirgskreis, im Süden vom Vogtlandkreis und im Norden vom Landkreis Mittelsachsen und dem Freistaat Thüringen im Westen, ist er der kleinste der zehn sächsischen Landkreise – gleichzeitig aber der am dichtesten besiedelte.

Auf einem Areal mit einer Ausdehnung von nur 40 mal 37 Kilometern versammeln sich 33 Kommunen, darunter 14 Städte. Die größte mit über 91.000 Einwohnern ist das namensgebende Zwickau, danach folgt Limbach-Oberfrohna. 

Industrie und Bergbau bestimmen seit Jahrhunderten die Geschichte und Geschicke des Zwickauer Landkreises, allen voran der Automobilbau. Zahlreiche Museen erzählen davon, genauso wie die vielen Automobilhersteller und Zuliefererbetriebe. Zwickaus Wirtschaftskraft hat dem Landkreis den Beinamen „der Motor Sachsens“ gegeben.

Aber auch abseits des Autolärms hat der Landkreis viel zu bieten: Die Geburtsorte von Robert Schumann und Karl May sind kulturell ebenso bedeutsam wie der prächtige Grünfelder Park, ein einzigartiges Beispiel sächsischer Gartenbaukunst. Beim Wandern, Reiten oder Paddeln auf der Zwickauer Mulde wirkt der dicht besiedelte Landkreis gar nicht mehr so geschäftig und herrlich entspannt.

Wie lebt es sich im Landkreis Zwickau?

Die kleine Region in Westsachsen hat eine lange Geschichte. Burgen, Schlösser und historische Dorfkerne reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Den ersten Anschub für die Wirtschaftskraft, die den Landkreis Zwickau seit 500 Jahren prägt, leistete der Bergbau. Durch den Abbau von Steinkohle kam die Industrialisierung schnell in Schwung – Zeugnisse des frühen Reichtums sind die vielen gut erhaltenen Bürgerhäuser und Villen, prächtige Industriegebäude und herrschaftliche Parkanlagen. Zwickau galt damals als das „sächsische Manchester“ und trug den Beinamen „Stadt der 100 Schornsteine“.

Autoliebhaber aus aller Welt zieht es ins August Horch Museum Zwickau, das einzige kraftfahrzeugtechnische Museum Deutschlands, das sich direkt an seiner (früheren) Fertigungsstätte befindet. Neben seltenen Originalen der sächsischen Automobilbaukunst kann man hier auch sehen, wie in den 1920er- und 1930er-Jahren Autos hergestellt wurden. Weitere spannende Museen zeigen die Entwicklung der sächsischen Textilindustrie, deren Wiege ebenfalls hier im Landkreis liegt.

Musikliebhaber kommen aus anderen Gründen nach Zwickau: Im Robert Schumann Konservatorium wird nicht nur das Andenken des weltberühmten Komponisten und seiner Frau Clara gepflegt, sondern auch der musikalische Nachwuchs gefördert.

Erholung finden die Bewohner des geschäftigen Landkreises zwischen den sanften Hängen des Muldetals, den dichten Wäldern des Vogtlands und den Gipfeln des angrenzenden Erzgebirges. Im Grünfelder Park in Waldenburg flanieren Sie durch einen der größten englischen Parks der Welt, in dem sich prächtige Auenwälder und stille Teiche mit historischen Badehäusern und Mausoleen abwechseln. Nachmittags klingen im Freilichttheater des Parks die Schwerter; der professionelle Showkampf ist eine Spezialität der Naturbühne und sorgt für aufregende Aufführungen. 

Wer nach dem harten Tagewerk noch mehr Entspannung braucht, der findet sie bestimmt in den vielen Salzgrotten, Dampfgrotten und Wellness-Häusern in Meerane, Niederfrohna oder Hartenstein.

Wie lernt und arbeitet es sich im Landkreis Zwickau?

Seit über 100 Jahren laufen in den August Horch Motorenwerken in Zwickau ununterbrochen Autos vom Band: zuerst Horch und Audi, später in der DDR der knuffige Trabant, heute VW. Die Automobil- und Zuliefererbranche ist das Herz des Landkreises. Andere Industriezweige arbeiten mit dem Branchenriesen Hand in Hand: Textilhersteller fertigen z. B. innovative Textilmaterialien für Luft- und Raumfahrt und die Automobilbranche. Auch die 14.000 kleinen und mittelständischen Handwerksbetriebe im Landkreis sind stolz auf ihre Arbeit. Tradition und Innovation sind für sie kein Widerspruch, sondern der Motor für den Fortschritt.

Ein großer Standortvorteil des Landkreises Zwickau ist seine verkehrsgünstige Lage. Die beiden Autobahnen A4 und A72 und ein Netz von vierspurigen Zubringerstraßen bieten optimale Bedingungen für Just-in-time-Produktion. Für die Ansiedlung von VW wurde extra die neue Bundesstraße 93 gebaut. Auch an das Schienennetz sind die Gewerbegebiete des Landkreises gut angebunden. 

Für den so wichtigen Nachwuchs sorgt der Landkreis in vorbildlicher Weise: Ein Studium ist sowohl an der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit über 5.000 Studierenden als auch an der Staatlichen Studienakademie Glauchau möglich. Neun berufliche Schulzentren bieten hervorragende Ausbildungsbedingungen und binden die Auszubildenden eng an ihre Ausbildungsbetriebe. 

Im Landkreis Zwickau lebt es sich abwechslungsreich, naturnah und günstig: Die Miet- und Lebenshaltungskosten sind noch niedriger als im Durchschnitt Sachsens. Trotzdem muss man weder auf gute Jobs noch auf gute Versorgung verzichten. Die nächste Großstadt ist schnell erreicht, die Infrastruktur ist gut ausgebaut und das kulturelle Angebot breit. Was will man mehr?