Bergmannparaden – traditionelle Musik noch heute

Zunächst ein Exkurs in eine kleine, aber traditionsreiche Abteilung der Musikbranche Sachsens: Die Volksmusik. Genauer die Bergmannstradition im Freistaat. Besonders an den Bergparaden ist natürlich auch die musikalische Untermalung durch traditionelle bergmännischer Musikvereine, die die aufziehenden Berg- und Hüttenleute mit historischen und neueren Bergmärsche der einzelnen Reviere und Bergstädte begleiten. Auch ein Bergkonzert und eine musikalischer Bergandacht gehören dazu. Die Blechblasinstrumente dafür sind – selbstverständlich – made in Saxony. Damals und heute.

Kein Orchester ohne Sachsen – Musikinstrumentenbau

Epizentrum der Handwerkskunst Musikinstrumentenbau ist das Vogtland mit Markneukirchen und Umgebung. Eine Region, die sich weltweit einen Namen im Instrumentenbau gemacht hat. Hier werden seit rund 350 Jahren Musikinstrumente hergestellt. Nahezu sämtliche Streich-, Zupf-, Holzblas-, Metallblas-, Schlag- und Harmonikainstrumente der europäischen Musik einschließlich Bögen, Bestandteile und Zubehör kommen aus dem vogtländischen Musikwinkel.

Heute arbeiten rund 1.300 Handwerker in über 100 Werkstätten im traditionellen vogtländischen Musikinstrumentenbau. Seit dem 17 Jahrhundert werden Wissen, Erfahrungen und Werkzeuge von Generation zu Generation weitergegeben. Vogtländische Musikinstrumente werden weltweit in Orchestern, Ensembles und von Solisten gespielt. Für die Region ist es der wichtigste Wirtschafts- und Identitätszweig: Ob Laienorchester aus Musikintrumentenbauenden, internationale Musikwettbewerbe, Meisterkurse, Musikerreisen, Projekte an Schulen oder Fachgespräche, Ausstellungen und Werkstattführungen der Musikinstrumentenbauer – der traditionelle Musikintstrumentenbau durchdringt die Menschen und die Region.

Das V sind wir - VOGTLAND MUSIKINSTRUMENTENBAU CLIP

Damit die traditionsreiche Kunst fortbestehen kann, braucht es mehr junge Menschen, die sich für das Handwerk begeistern und den beruflichen Weg einschlagen. Hier spielt die Zukunftsmusik.

Im Musikviertel Deutschlands werden nahezu alle Streich-, Zupf-, Holzblas-, Metallblas-, Schlag- und Harmonikainstrumente der europäischen Musik einschließlich Bögen, Bestandteilen und Zubehör hergestellt.

Kulturland Sachsen ist auch Musikland Sachsen. Folgen Sie der Musikinstrumentenbau-Route.

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Staatskapellen, Chöre und Opern – So klingt Hochkultur

Der Instrumentenbau als traditionelle Branche in Sachsen kommt natürlich nicht von ungefähr. Die Produktionsstätten etablierten sich um die musikalischen Hochburgen Sachsens, die in zahlreichen Kapellen, Orchestern und Co. auf erstklassige Instrumente angewiesen waren. Eines der ältesten dokumentierten Orchester ist die Staatskapelle Dresden. Die Gründung der Sächsischen Staatskapelle Dresden reicht in das Jahr 1548 zurück. Auch hier zeigt sich, ähnlich wie im Instrumentenbau auch, eine Tradition der Weiterführung: Schon in der Gründungsurkunde wurde festgeschrieben, dass ältere Kapellmitglieder ihre Erfahrungen an die jungen weitergeben sollen. Das gilt bis heute. Viele Musiker bilden als Professoren an der Musikhochschule Carl Maria von Weber Dresden den Nachwuchs aus.

Ältere Tradition haben nur die Knabenchöre, die bereits im 13. Jahrhundert musizierten und im Laufe ihres Schaffens Weltruhm erlangten: Der Thomanerchor, der Kreuzchor und die Dresdner Kapellknaben finden nach wie vor internationale Beachtung. Sie sind den großen Namen der Musikgeschichte verpflichtet, die untrennbar mit Sachsen verbunden sind: Dresden und Leipzig waren die Wirkungsstätten so bedeutender Komponisten wie Schütz, Bach, Weber, Schumann, Mendelssohn Bartholdy und Wagner.

Fernab von Instrumenten klingt Sachsen auch für sich allein: Der Dresdner Musiker, Komponist und Produzent Felix Räuber begibt sich auf eine 10-teilige Entdeckungsreise durch Sachsen und nimmt uns mit durch die Klangspurensuche.
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Sächsisches Musikökosystem – „Der Wert von Musik“

Das sächsische Musikökosystem generierte im Jahr 2019 einen Umsatz von 544,3 Mio. Euro und beschäftigte 11.398 Personen. Das hat der sächsische Auszug der gesamtdeutschen Studie „Der Wert von Musik: Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems“ ermittelt. Die Ergebnisse unterstreichen neben Musik als Kulturgut auch die die ökonomische Bedeutung des Musikökosystems in Sachsen. Knapp ein Prozent der Erwerbstätigen arbeitet im Kernbereich der Musikökosystems, sie ist damit eine Branche, die es strukturell und nachhaltig zu stärken gilt. Und das geht über traditionelle Musikkunst hinaus: „Musik ist als Kulturgut, künstlerischer Ausdruck von Identität, Vielfalt und Entwicklung der Gesellschaft zu verstehen“, so die Studie. Und das gilt auch für die moderne Musikbranche. Mehr dazu lesen und sehen Sie hier.

Bildnachweis: Danny Otto